Was die Frau von Berlin wissen muss - ein Stadtspaziergang durch Schöneberg für Frauen

Veröffentlicht am 29.06.2011 in Frauen

Kinderbetreuung, Erziehungskonzepte, Reformpädagogik, Frauenerwerbsarbeit, Ausbildung, Gesundheitsversorgung, § 218 und vieles mehr waren die Themen, die auf dem Weg von der Karl-Schrader-Straße bis zur Potsdamer Straße angesprochen wurden. Wer glaubt hier die Schlagworte der Parteien für die Abgeordnetenhauswahlen zu lesen, irrt.

Um all das ging es bei der Führung "Was die Frau von Berlin wissen muss", die die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Tempelhof-Schöneberg am Sonntag, den 26. Juni 2011 veranstaltet hatte.

Claudia von Gèlieu, die seit 25 Jahren Frauenstadtführungen durchführt, hatte eine Tour zu den Stätten der alten und der neuen Frauenbewegung in Schöneberg ausgearbeitet. Stadträtin Angelika Schöttler begrüßte die Teilnehmerinnen unter denen auch Annette Fugmann-Heesing, Mitglied des Abgeordnetenhauses und Manuela Harling, Kandidatin für das Abgeordnetenhaus, waren. Beide standen als Ansprechpartnerinnen für die Teilnehmerinnen zur Verfügung.

Als Jugendstadträtin konnte Angelika Schöttler viele Informationen zum einzigen Mädchentreff in Schöneberg beisteuern. Der Mädchentreff Cafe Pink hat sich passenderweise mitten in die Orte der Frauenbewegung einquartiert. Die alte bürgerliche Frauenbewegung und die neue Frauenbewegung hatten ihre Domizile quasi an den selben Orten und auch die Themen rund um die Bereiche Kinder, Arbeit und Gesundheit tauchen zum Erstaunen der Teilnehmerinnen sowohl bei den Orten der alten als auch bei den Orten der neuen Frauenbewegung auf.

Und da die Führung nicht weit vom schwul-lebischen Stadtfest stattfand, gab es auch eine kleine Anekdote zum lesbischen Leben in Schöneberg.

Denn der Weg führte am alten Telegrafenamt vorbei, einem reinen Frauenarbeitsplatz, daher rührt auch die Bezeichnung "Fräulein vom Amt". 500 Frauen wurden damals für die Telefonvermittlung gebraucht, darunter auch etliche lesbische Frauen, die niemals das Geld gehabt hätten, um in den schon damals existierenden einschlägigen Bars in Schöneberg Bekanntschaften zu machen. Das konnten sie aber sehr wohl an ihrem Arbeitsplatz.

 

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