Leben retten – zusammenhalten!

Veröffentlicht am 07.08.2020 in Berlin

Die Welt schaut auf Berlin – und wir können stolz sein. Unser Weg war der richtige.

 

Wir haben mit Schrecken die Bilder aus China, Italien, und den USA gesehen und wissen, was uns erspart geblieben ist. Das, was wir in den letzten Monaten erlebt haben ist für mich, wie für uns alle, mit nichts vorher Erlebtem vergleichbar.

 

Unsere gesamte Gesellschaft durchlebt eine schwere Bürde. Wir haben Tote zu beklagen, Schwerstkranke zu versorgen, unser vertrautes Miteinander wird auf die Probe gestellt. Die globale und unsere lokale Wirtschaft ist genauso herausgefordert wie unser Bildungssystem. Die Kieze sind in ihrer Kultur und Vielfalt bedroht – auch in Tempelhof-Schöneberg. Die meisten Berlinerinnen und Berliner tragen das mit. Sie tun alles, damit ihre Stadt ein lebenswerter Ort bleibt. Auch die Parteiarbeit geht weiter – beides nötigt mir Respekt ab.

 

Berlin hat von Anfang an klug gehandelt: Wir haben die ITB abgesagt, Kitas, Schulen, Clubs und Bars geschlossen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erlassen – und so das Virus gebremst. Wir haben dann eine kluge und mutige Mehrfachstrategie begonnen: Durch gezielte Kontaktnachverfolgung unterbrechen wir die Infektionsketten. 12 Amtsärzte und ihre Teams verfolgen jeden einzelnen Fall nach, isolieren und testen an sieben Tagen in der Woche. Zusätzlich haben wir Untersuchungsstellen eingerichtet, eine Corona-Hotline geschaltet und weltweit Schutzmaterial beschafft.

 

Für den schlimmsten Fall haben wir das Megaprojekt „Corona-Behandlungszentrums Jafféstraße“ realisiert. In nur sechs Wochen wurde eine Messehalle baulich in ein Behandlungszentrum für rund 500 Covid-Patienten verwandelt. Das Projekt hat weltweite Anerkennung gefunden und in der Krise die Ängste vieler Menschen in der Stadt gemildert.

 

Der Schutz der Gesundheit darf nicht von der sozialen Lage und dem Geldbeutel abhängen. Dafür lohnt es sich auch nach der Pandemie weiter zu kämpfen. Dazu gehört auch eine Stärkung der Krankenhäuser und der Gesundheitsämter. Bis dahin gilt: Wir müssen mit unserem Verhalten dieses Virus in Schach halten, bis ein Impfstoff da ist. Abstand halten, Hygiene und Alltagsmasken helfen bei der Bekämpfung der Ausbreitung. Nicht die Einschränkung ist die Gefahr, sondern das Virus. Gemeinschaft geht auch mit physischem Abstand. Zusammenhalten bedeutet aktuell deshalb: „Abstand halten!“.

 

Wenn ich in die Zukunft schaue, möchte ich später sagen, dass unsere Gesellschaft zusammengehalten hat, dass wir um jedes Leben gekämpft haben. Wenn wir das geschafft haben, haben wir eine gute sozialdemokratische Gesundheitspolitik gemacht.

 

Dilek Kalayci

Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

 

Ein Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der TS aktuell

 

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