Gedächtnisort Stierstraße

Veröffentlicht am 25.10.2011 in Geschichte

Nachricht vom 25.11.2011: "Angriff auf die Erinnerung" (Der Tagesspiegel) Hierzu auch eine Stellungnahme von Mechthild Rawert, MdB vom 28. November 2011.

In der Stierstraße in Friedenau wurden am 21. Oktober 2011 zwölf neue "Stolpersteine" eingeweiht. Sie erinnern an jüdische Mitbürger, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. Insgesamt sind in der Stierstraße nunmehr 54 Stolpersteine im Boden eingelassen.

Unser Bericht über die Einweihungsveranstaltung:

Die sonst so stille Stierstraße ist am Nachmittag des 21. Oktober gefüllt mit Menschen, die sich vor der Philippuskirche, Stierstraße 17-19 versammeln. Alle sind gekommen, um bei der Einweihung von 12 neuen Stolpersteinen dabei zu sein. In das Pflaster der kurzen Friedenauer Seitenstraße sind damit insgesamt 54 Stolpersteine eingelegt.

Die zwölf neuen Steine auf den Grundstücken Nummer 4, 5, 18, 19, 20 und 21 blinken golden in der Herbstsonne und sind von roten Rosen umsäumt. Die Stolpersteine tragen Namen jüdischer Mitbürger und Nachbarn aus der Stierstraße und liegen an der Stelle, an der die Füße der Opfer das letzte Mal den Boden ihres Wohnortes berührten, bevor sie unter Zwang in den Tod gingen.

Die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße übergab die Stolpersteine der Öffentlichkeit in einer sehr bewegenden und würdigen Feier. Von Violinmusik umrahmt, begrüßte Ingrid Schmidt die zahlreichen Anwesenden. Die Stadträtin für Gesundheit und Soziales Dr. Sibyll Klotz hob das stärkende Bürgerengagement hervor und Petra F. Fritsche ging auf die Vergangenheit der Stierstraße und die Lebensläufe der jüdischen Opfer ein. Mitglieder der Initiativgruppe verlasen Spuren der Biografien, die sie in schwierigen Recherchen aus Transportlisten, Akten und Telefonbüchern gefunden hatten.

Judith Siegmann war aus Haifa, Israel angereist, um dankbar dieser besonderen Feier für Ihre ermordeten Familienangehörigen beizuwohnen. Sie sprach zum Abschluss das Shalom mit den Worten: „Es gibt keine Zukunft ohne Vergangenheit. Das Leben geht weiter. Aber es geht nicht, ohne die Erinnerung an den Holocaust und an die, die heute nicht mehr unter uns sind: Jene, die große Familien hätten haben können und das Leben genießen könnten, denen es aber verwehrt war.“

 

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