Steinbrück – unser Mann für mehr soziale Gerechtigkeit

Veröffentlicht am 25.10.2012 in Abteilung

Die SPD-Abteilung Friedenau beschäftigte sich auf ihrer monatlichen Mitgliederversammlung am 23. Oktober mit dem frischgebackenen Kanzlerkandidaten der Partei – aber auch mit aktuellen kommunalpolitischen Themen. So berichteten die BVV-Mitglieder über die anstehenden Baumaßnahmen am Breslauer Platz, dem Güterbahnhof Wilmersdorf und der prekären Situation der Kinder- und Jugendhilfe in Friedenau. Hauptthema war jedoch die Diskussion über die Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück, die auf einhellige Zustimmung der Friedenauer Basis bauen darf. 

Kommunales

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf könnten demnächst bis zu 600 neue Wohnungen entstehen; angeblich hat sich die Böag, die das Gelände zwischen S- und Autobahn, Handjery-, Haupt- und Bennigsenstraße entwickeln will, so entschieden. Offensichtlich sind unterdessen  mit Wohnimmobilien mehr Renditen zu erwirtschaften als mit Handel und Gewerbe, die dem Investor auf diesem Areal zunächst vorschwebten.
 
Diese Neuigkeit bildete den Schlusspunkt unter dem Abend des 23. Oktobers 2012, an dem sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins (Abteilung) Friedenau zu ihrer Monatsversammlung trafen. Auf der Tagesordnung standen u.a. Berichte einiger Bezirksverordneter – Elke Ahlhoff, Gudrun Blankenburg und Marijke Hoeppner – zu aktuellen Entwicklungen in Friedenau und Tempelhof-Schöneberg. So scheint es bald zu einer Runderneuerung des Breslauer Platzes zu kommen, und auch das Ansinnen der Bürgerinitiative könnte zu einem guten Ende kommen – eine Art unterirdischer Begegnungsstätte für alle, dort, wo mal tiefergelegtes WC der BVG war. Zu hoffen ist auch, dass das Gedenken an den Widerstandskämpfer und Sozialdemokraten Julius Leber doch noch zu einem guten Ende führt.
 
Alles auf Anfang – so heißt die Devise, wenn es um einen neuen Standort für die Bücherei(en) im Bezirk Tempelhof-Schöneberg geht. Das aufgelassene Hertie-Kaufhaus am Schöneberger Kaiser-Wilhelm-Platz, das zunächst als mögliche Unterkunft für eine Bibliothek ins Auge gefasst worden war, ist nun nicht mehr im Gespräch, aber die Notwendigkeit bleibt, in eine „Bibliothek der Zukunft“ für Tempelhof-Schöneberg zu investieren.
 
Die Friedenauer Sozialdemokraten waren sich an diesem Abend einig, dass sie sich in Kürze mit drängenden kommunalpolitischen Fragen im Detail befassen wollen, etwa mit Familien-, Kinder- und Jugendschutzthemen, die im Bezirk immer häufiger von immer weniger Fachleuten behandelt werden können. Oder mit dem Neuzuschnitt von Schuleinzugsgebieten, mit dem sich die Experten in der Fraktion auseinandersetzen, weil die bei vielen Eltern, Schülern und Pädagogen für großen Unmut gesorgt haben.
 
Peer Steinbrück und soziale Gerechtigkeit - (k)ein Widerspruch?
 
Im Zentrum der Mitgliederversammlung stand allerdings – und das hätte ihn sicher gefreut - Peer Steinbrück. Fast jeder, der sich zum frischgebackenen SPD-Kanzlerkandidaten zu Wort meldete, kritisierte das holprige Verfahren, das ihn zum Merkel-Herausforderer gemacht hat. Aber so gut wie unumstritten war, dass Steinbrück derzeit der beste Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2013 ist. Mit Betonung auf derzeit: Besonders in der Parteilinken und auch in der Parlamentarischen Linken wird er als eine Art Übergangskandidat eingeschätzt - aber auch akzeptiert -, dem auf mittlere Sicht qualifizierte Persönlichkeiten folgen müssten, die für eine klare, erkennbare und linksprofilierte Neuorientierung der linken Gerechtigkeitspartei SPD stehen. Die Vorzeichen dafür sind gut:  Wie selten in zuvor in den letzten 15 Jahren sind Themen wie soziale Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Abwehr von Armut und Ausgrenzung so medialen und gesellschaftlichen „Mainstream“ verankert wie heute. Die Finanzkrise seit 2008 führt den Menschen die reale Gefahr des sozialen Abstiegs vor Augen, der nicht nur die vermeintlich "Faulen" oder "Dummen" trifft. 
 
Der persönliche Eindruck zählt
 
Einige Mitglieder berichteten an diesem Abend von ihren persönlichen Begegnungen mit Peer Steinbrück, den sie als begnadeten Rhetoriker erlebt hätten, als angriffslustigen Finanzexperten mit beträchtlicher Außenwirkung (neuerdings sogar bei Wählerinnen) – aber auch als Politiker mit der Fähigkeit, aus Fehlern und verhängnisvollen sozialen Entwicklungen zu lernen. Anders als er bisher nach außen hin wahr genommen werde, sei Peer Steinbrück durch und durch ein Sozialdemokrat, dem die zunehmende Gerechtigkeitslücke in unserer Gesellschaft umtreibt, weil sie auf Dauer den Zusammenhalt der Gesellschaft und die Basis unseres demokratischen Gemeinwesens unterminiert.
 
Der „strategische“ Zusammenhang zwischen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit, nachhaltiger Wirtschafts- und Finanzpolitik – dieser Themenmix könnte zu einem Alleinstellungsmerkmal werden, hinter dem die deutschen Sozialdemokraten, von links bis konservativ, gemeinsam mit Peer Steinbrück in den Wahlkampf ziehen. Das Ziel ist klar: Rot-Grün. Weitere Themen, mit denen die SPD punkten kann: Gleichstellung, Bildung, Rente, Mieten, bezahlbare Energie(wende), Arbeitsmarkt. MdB Mechthild Rawert, die frisch von einem Gespräch mit Peer Steinbrück kam, berichtete, dass der Kandidat diese Themen ebenfalls forcieren will.
 
Die vier Wählergruppen, die Peer Steinbrück besonders im Visier hat
 
In all diesen Themenfeldern versagt Schwarzgelb nach Strich und Faden – es fehlt dennoch derzeit eine Wechselstimmung in der Republik, ein Überdruss an Merkel & Co., der etwa für die letzten Amtsjahren Helmut Kohls kennzeichnend war.
 
Steinbrück hat vier Wählergruppen ausgemacht, die er gezielt ansprechen will.
 
- die klassische SPD-Wählerschaft,
- die „enttäuschten Abwartenden“,
- die "Wähler, die besser regiert werden wollen" und
- gebildete, aufgeklärte Bürger, die am Gemeinwohl orientiert sind und eine „gerechte Gesellschaft“ wollen
 
Damit (nicht nur in diesen Zielgruppen) die sozialdemokratischen Vorstellungen noch deutlicher unters Volk und in den Wahlkampf kommen, will die Friedenauer SPD dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück einen unterstützenden Brief schreiben, in dem sich die Schwerpunkte, Analysen, Wünsche und Vorschläge der Friedenauer Sozialdemokraten spiegeln, die ab sofort im Wahlkampf sind. (usd/hd)
 

Aktuelle Artikel der SPD Friedenau

  • "Wir wollen Brot, aber auch Rosen!". Rund um den 8. März, den Internationalen Frauentag, verteilen ...
  • Jahreshauptversammlung am 28.02.2026. Die Jahreshauptversammlung hat einen neuen Vorstand gewählt Marijke Höppner und Clemens Fritsch stehen künftig gemeinsam an der Spitze der Abteilung. Beide wurden von der Versammlung ...
  • Nachruf auf Uta Denzin-von Broich-Oppert (1939–2026). Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserer Genossin Uta Denzin-von Broich-Oppert, die in der Nacht zum 12. Februar 2026 verstorben ist. Uta war über 60 Jahre Mitglied der Sozialdemokratischen ...
  • Unser Programm für Friedenau. Friedenau ist sehr dicht besiedelt – viele Menschen leben hier auf engem Raum, während Grün- und Erholungsflächen knapp sind. Herzstück Friedenaus sind seine Plätze: ...
  • EINLADUNG: Erinnerung braucht einen Ort. Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ehrt die SPD Tempelhof-Schöneberg regelmäßig um den 27. Januar gemeinsam ...

WebsoziInfo-News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

Ein Service von websozis.info