Homophober Überfall in Schöneberg

Veröffentlicht am 22.07.2012 in Schwule und Lesben

Mitten im Motzstraßenkiez: Beleidigt, geschlagen, getreten.
Es passiert in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli – mitten auf der Straße, im »Regenbogenkiez« rund um die Motzstraße. Zwei Männer, 23 und 37 Jahre alt, werden von einem 31- und einem 33-Jährigen mit homophoben Sprüchen beleidigt – später geschlagen und getreten.

Die Männer liefen gegen 1.30 Uhr an einem Imbiss in der Fuggerstraße vorbei, als sie von den Tätern zunächst mit schwulenfeindlichen Sprüchen beleidigt und mit Essen beworfen wurden. In der Hoffnung, einem eskalierenden Konflikt aus dem Weg zu gehen, gingen die beiden ohne weitere Reaktion auf die Beleidigungen weiter. Die Täter ließen jedoch nicht ab, verfolgten die Männer bis zur Ecke Martin-Luther-Straße, um schließlich mit Schlägen und Tritten gewalttätig zu werden.

Die Angegriffenen versuchten zu entkommen, wurden aber weiter verfolgt. Selbst die Flucht in ein Restaurant hielt die Täter nicht ab, weiter auf die Männer einzuschlagen und einzutreten. Erst als eines der Opfer bewusstlos am Boden liegt, verlassen die Täter das Restaurant.

Wenig später kann die alarmierte Polizei die Angreifer in der Nähe festnehmen. Beide waren erheblich alkoholisiert. Sie bestreiten laut Polizeiangaben zwar die Tat, doch die Opfer haben sie zweifelsfrei identifizieren können. Nach erkennungsdienstlichen Behandlungen wurden die Täter zunächst entlassen. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Beleidigung hat das zuständige Kommissariat beim Landeskriminalamt übernommen. Nachdem eine Neubewertung der Tat durch die Fachdienststelle und die Staatsanwaltschaft erfolgte, wurden die Tatverdächtigen erneut festgenommen. Sie werden nun einem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Der überfallene 37-Jährige musste wegen Gesichtsverletzungen ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Der 23-Jährige erlitt Verletzungen an den Beinen.

 

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