Anläßlich des 80. Todestages von Eduard Bernstein (1850-1932) verneigten sich am 18. Dezember 2012 Genossinnen und Genossen an seinem Grab auf dem Schöneberger Friedhof Eisackstraße und legten ihm zu Ehren Kränze mit roten Nelken und Rosen nieder. Eduard Bernsteins Wirken hat die 150-jährige Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands entscheidend mitgeprägt, sein Name wird im Jubiläumsjahr der SPD 2013 mit an erster Stelle stehen.
Nachdem Bersteins Grab von der Liste der Ehrengräber Berlins entfernt wurde, hat die SPD Friedenau eine Patenschaft für die Grabpflege übernommen.
Jan Stöß, Landesvorsitzender der SPD Berlin, stellte fest, dass Eduard Bernstein die sozialdemokratische Theorie- und Programmgeschichte wie kaum ein anderer geprägt hat und nannte ihn einen der großen sozialdemokratischen Theoretiker. Die Vorsitzende des Kreises Tempelhof-Schöneberg Dilek Kolat, die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert und der Vorsitzende der SPD Friedenau Serge Embacher standen zusammen mit weiteren Genossinnen und Genossen an dem geschmückten Grab und gedachten aus lokaler Sicht vor allem auch der Verdienste des Geehrten als Schöneberger Stadtverordneten und ehrenamtlichen Stadtrates. Von 1918 bis zu seinem Tod im Jahre 1932 lebte Eduard Bernstein in der Bozener Straße 18 in Schöneberg. Eine Gedenktafel am Haus erinnert an ihn. Hier – in der Stadt Schöneberg – war er von 1910 bis 1920 Stadtverordneter und anschließend im Bezirk Berlin-Schöneberg ehrenamtlicher Stadtrat.
Bernsteins sozialdemokratische Positionen, die er im sog. Revisionismusstreit mit Bebel, Luxemburg und Kautsky ausfocht, sind auch aus heutiger Sicht noch genauso aktuell, wie sie konsequent und vernünftig sind. Das hebt ihn in eine Reihe mit dem weiteren großen sozialdemokratischen Theoretiker jener Zeit, dem Friedenauer Karl Kautsky.
(Foto: Gudrun Blankenburg)
