Am Sonntag trafen sich die Genossinnen und Genossen der Abteilung Friedenau zum traditionellen Neujahrsempfang. Der Abteilungsvorsitzende Matthias Geisthardt begrüßte die rund 50 SPD-Mitglieder und Gäste im Café des Nachbarschaftsheims Schöneberg.
Nach dem turbulenten Start für die Abteilung im vergangenen Jahr, sei nun etwas Ruhe eingekehrt, resümierte Matthias Geisthardt. Der Fokus habe in der zweiten Hälfte des Jahres ganz klar auf der politischen und inhaltlichen Arbeit gelegen. Die Mitgliederversammlungen, Infostände und Aktivitäten außerhalb der Abteilung, wie beispielsweise der Besuch in der Warmlufthalle Halle-Luja, seien sehr gut angenommen worden. So konnten stets auch interessierte Bürgerinnen und Bürger bei den Veranstaltungen begrüßt werden. Durch die gute politische Arbeit sei es auch zu erklären, dass die SPD Friedenau 20 Neueintritte im Jahr 2014 zu verzeichnen habe. „Wir haben nun 432 Mitglieder. Das ist der höchste Stand seit 10 Jahren“, freute sich Matthias Geisthardt. Auch beim Neujahrsempfang haben gleich zwei Neumitglieder ihr Parteibuch überreicht bekommen. Ebenso konnte Matthias Geisthardt eine junge Frau willkommen heißen, die noch während der Veranstaltung der Partei beitrat.
Auch für die Berliner SPD war das Jahr 2014 durch einen Personalwechsel bestimmt: Michael Müller löste nach 13 Jahren Klaus Wowereit als Regierenden Bürgermeister ab. Nicht zuletzt der faire und offene Dialog über die Nachfolge innerhalb der Partei und die demokratische Abstimmung aller SPD-Mitglieder, hätten zu viel Lob auch von außerhalb geführt.
Aller Freude zum Trotz war es jedoch auch geboten, ernste Worte zur außenpolitischen Lage zu finden. Der Ukraine-Konflikt, der Bürgerkrieg in Syrien und die jüngsten Anschläge in Paris forderten eine politische Diskussion, vor der man sich nicht verschließen dürfe. Für Berlin seien hier besonders der Umgang mit den Flüchtlingen aber auch der Fremdenfeindlichkeit Herausforderungen für Gesellschaft und Politik.
Klare Worte zur politischen Situation in Deutschland, aber auch der Welt fand Bürgermeisterin, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen und Kreisvorsitzende von Tempelhof-Schöneberg, Dilek Kolat. Sie erinnerte daran, dass wohl der bekannteste Sozialdemokrat, Willy Brandt, auch ein Flüchtling war. „Wir müssen auch daran denken, wie sich die Flüchtlinge fühlen, die ihre Heimat verlassen“, sagte Dilek Kolat. „Vor allem sind es Menschen. Menschen, die auch eine Vergangenheit und Geschichte haben und denen wir eine Zukunft zeigen sollten.“
Willy Brandt war es auch, der viele der Jubilare damals zum Parteieintritt bewogen hat. Dilek Kolat und Matthias Geisthardt ehrten insgesamt zehn Genossinnen und Genossen für ihre langjährige Treue sowohl für 25 als auch für 40 Jahre Mitgliedschaft. Neben der SPD-Anstecknadel, einer Urkunde und Blumen, gab es zudem Wein aus Schöneberg.
Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang von Öcal Altanay, der auch ein traditionell türkisches Lied spielte, was viele zum Mitsingen verleitete. Besonders dort, aber auch am vielfältigen Buffet zeigte sich, wie bereichernd es ist, wenn Menschen aus vielen Kulturen zusammenkommen, die einen gemeinsamen politischen Nenner haben. In diesen Tagen war das ein schöner Ausdruck von Gemeinschaft.
Die Jubilarinnen und Jubilare:
Für 25 Jahre Mitgliedschaft:
Stefan Bott, Barbara Gollwitzer-Evans, Dr. Anke Mohr, Dorothee Mortensen, Isil Özcan, Dr. Ertekin Özcan, Annette Scharmann
Für 40 Jahre Mitgliedschaft:
Thomas Hippe, Ludmilla Korb-Mann, Werner Milert
Ann-Christin Wehmeyer