"Braucht Berlin Olympia?" - Viel Zustimmung, aber auch Kritik!

Veröffentlicht am 11.02.2015 in Sport

"Braucht Berlin Olympia?" Diese Frage diskutierte die SPD Friedenau am 27. Januar mit dem Direktor des Landessportbundes Dr. Heiner Brandi, Vertreterinnen und Vertretern von Friedenauer Sportvereinen sowie Bürgerinnen und Bürgern. Heiner Brandi erläuterte in seinem Eingangsvortrag die Details zu Berlins Olympiabewerbung für die Spiele 2024 oder 2028. Dabei stand im Mittelpunkt die Tatsache, dass Berlin bereits viele olympiataugliche Sportanlagen habe, allen voran natürlich das Olympiastadion und das daneben befindliche Olympiagelände. Aber auch das Velodrom, die Max-Schmeling-Halle - beide übrigens anlässlich der letzten Bewerbung für Olympia 2000 entstanden - der Jahnsportpark, die O2-World, das Sportleistungszentrum Hohenschönhausen und viele andere Sportanlagen müssten für Olympia lediglich erweitert oder saniert werden. Bei der Anzahl der für Olympia nötigen Hotelbetten sei Berlin bereits Spitze, so Heiner Brandi. Das Olympische Dorf sei auf einem Teil des dann geschlossenen Flughafen Tegel geplant. Dort entstünde Wohnraum, der nach Olympia dann dem Wohnungsmarkt zur Verfügung steht.

Aus Sicht des Landessportbundes geht Berlin auch finanziell ein eher geringes Risiko ein, die Wahrscheinlichkeit für die Stadt, sogar mit Gewinnen - verursacht unter anderem durch Steuereinnahmen, Wirtschaftswachtum, Schaffung von Arbeitsplätzen - aus dem Wettbewerb herauszugehen, sei sehr hoch. Laut Heiner Brandi gelte der Satz: "Nur eine reiche Stadt kann es sich leisten, sich nicht zu bewerben".

In der darauffolgenden Diskussion wurde die Olympia-Bewerbung mehrheitlich positiv aufgenommen, Kritik richtete sich vor allem gegen die vermeintliche Allmacht des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das die Gastgeberstädte zum Teil mit "Knebelverträgen" binde. Zudem würden Olympische Spiele auch dazu führen, dass es an vielen Stellen in der Stadt zu Mietsteigerungen kommen könne.

Mehrere Teilnehmer sahen hingegen mehr die Chancen, die Olympia Berlin biete, nämlich unter anderem die Möglichkeit, der Welt zu zeigen, dass Berlin und Deutschland weltoffen und tolerant ist. Das sei gerade in Zeiten, in denen sogenannte "besorgte Bürger" gegen Flüchtlingsheime demonstrieren ein gutes Zeichen. Einige mahnten einen Mentalitätswechsel an: nicht immer nur zu fragen, was es kostet und was es bringt, sondern sich der Bedeutung Olympischer Spiele vergewissern, um dann auch mal vorbehaltlos "Ja" zu sagen!

Fazit: die Frage, ob Berlin Olympia BRAUCHT, kann in 2 Stunden Diskussion wohl kaum vollständig beantwortet werden. Auch nicht die Frage, ob Berlin Olympia KANN. Aber - die Stimmen dafür und dagegen gegeneinander gerechnet - die Frage, ob Berlin Olympia WILL. Die Befürworter waren deutlich in der Mehrheit, auch wenn diese Schätzung alles andere als repräsentativ ist. Es bleibt also spannend!

von Oliver Fey, Vorsitzender des Sportausschusses in der BVV Tempelhof-Schöneberg

 

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