Bericht: Umgestaltung des Breslauer Platzes

Veröffentlicht am 12.12.2010 in Verkehr

Zur angekündigten Informationsveranstaltung zum Thema "Umgestaltung des Breslauer Platzes" auf Einladung des Bezirksstadtrats Oliver Schworck kamen am 8. Dezember 2010 rund 100 Interessierte in den Schlesiensaal des Rathauses.

Die moderierte Veranstaltung fand in sachlicher Atmosphäre statt. Die konstruktiven Diskussionsbeiträge der anwesenden Bürgerinnen und Bürger ließen bei aller Kritik im Einzelnen insgesamt eine verhaltene Zustimmung im Saal zu den Vorschlägen der Sachverständigen spüren. Der Planungsprozess soll weiter mit enger Bürgerbeteiligung stattfinden und zu gegebener Zeit in einer nächsten Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

-> Plan Breslauer Platz Draufsicht -> Plan Breslauer Platz Schnitt/Perspektive Das Podium war besetzt mit Herrn Terlinden (Tiefbauamt), Herrn Kroll (Stadtplanungsamt), Herrn Oliver Schworck (zuständiger Bezirksstadtrat), Herrn Fugmann vom Büro Landschaftarchitekten Fugmann & Janotta, Herrn Fuhrmann vom Büro GRI als Sachverständiger zur Verkehrsführung und Herrn Eschenbach als Moderator. Vorgestellt wurden die in die Pläne eingearbeiteten Wünsche, Ideen und Anregungen der Friedenauer, die die Zuständigen aus einer bereits im Sommer 2010 stattgefunden Bürgerversammlung mitgenommen hatten. Es wurde deutlich gemacht, dass die Vorgaben von 3 x wöchentlichem Marktbetrieb und die Aufenthaltsqualität des Platzes die Planungen maßgebend definieren.
  • Zum Wunsch, den Breslauer Platz als identitätsstiftenden Aufenthaltsort zu gestalten, wurde vom Büro Fugmann Janotta in den Boden eingelassene Plaketten mit prominenten Namen aus der Friedenauer Geschichte und eine gut sichtbare, dauerhafte Stele als audiovisuelle Informationsvermittlung für die Geschichte des Ortsteils mit aktuellen Friedenau-Informationen vorgeschlagen. Die konkrete Umgestaltung einer identitätsstiftenden Ausformung muss noch weiter öffentlich diskutiert werden.
  • Die geplante Baumbepflanzung wurde kritisiert. Der vorgeschlagene Schnurbaum (helles Laub) an der Ecke Lauterstraße/Niedstraße ist zwar klimafest, er trägt jedoch giftige Früchte. Als Gegenvorschlag wurde ein Maulbeerbaum genannt.
  • Auf der Oberfläche der Glasfenster der unterirdischen Toilettenanlage, die Bestandteil des denkmalgeschützten Kioskes und Wartehäuschens sind (von 1929, Architekt Heinrich Lassen), sollen Straßenmöbel als Ruhepunkt und zum Schutz der Glasfenster bei Marktbetrieb aufgestellt werden.
  • Der Bodenbelag soll verkehrsfest für den Marktbetrieb sein und in einer freundlichen Sandfarbe erscheinen. Die Weihnachtsbaumhülse bleibt erhalten. Neue Laternen sollen den Platz freundlicher erleuchten.
  • Die von Bürgern gewünschte Idee eines in den Boden eingelassenen Schachspiels wurde fallen gelassen, da der Platz zu dicht an einer der größten Verkehrsadern Berlins liegt.
  • Der Wunsch nach einem Brunnen wurde intensiver diskutiert. Oliver Schworck führte jedoch aus, dass - abgesehen von den hohen Erstellungskosten - der jährliche Unterhalt zudem enorme Kosten verursacht und nicht aus dem Bezirkshaushalt zu bezahlen ist. Auch die Zahl der von der Firma Wall unterhaltenen Brunnen in Tempelhof-Schöneberg kann nicht mehr erhöht werden, da die von der Firma Wall geforderte Kompensation ihre Grenze im Bezirk erreicht hat.
  • Herr Fuhrmann führte als Verkehrsführungssachverständiger aus, dass die Parkplätze auf dem Breslauer Platz bei der Neugestaltung ersatzlos wegfallen und erläuterte, dass Anrainer und Besucher im Umfeld ausreichend Stellplätze zur Verfügung hätten.
Der Umbau findet in drei Bauphasen statt und startet Oktober 2011, wobei während der gesamten Umbauphase ein durchgängiger Marktbetrieb gewährleistet wird. Die Restarbeiten sollen 2012 beendet sein. Auf der Website von Bezirksstadtrat Oliver Schworck finden sich laufend Informationen über den aktuellen Stand der Planung und Ausführung.
 

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