Gebühren vertreiben Studierende

Veröffentlicht am 24.11.2009 in Bildung

Studierende meiden das Bezahlstudium. Das belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Demnach weisen Bundesländer, die Gebühren erheben, eine "negative Wanderungsbilanz" auf - Länder ohne Studiengebühren verzeichnen stärkeren Zulauf.

Die Studie, die am Mittwoch (25.11.2009) erscheinen wird, hat den Zusammenhang zwischen der Einführung von Studiengebühren und der Veränderung der Hochschulwanderung zwischen den einzelnen Bundesländern untersucht. Und das Forschungsergebnis unterstreicht eindrucksvoll die Warnungen der SPD vor dem Bezahlstudium: Während in Ländern mit Studiengebühren weniger Studierende gezählt wurden, können solche, die kein zusätzliches Geld für die Hochschulbildung verlangen, Wanderungszugewinnen verbuchen. Das gilt ebenso für die ostdeutschen Flächenländer, die bislang von Studiengebühren Abstand genommen haben, wie auch für die westdeutschen gebührenfreien Bundesländer. Einzige Ausnahme ist Bayern, das trotz Gebühren mehr Studierende verzeichnen konnte. Die Forscher aus Halle vermuten hier einen vermehrten Zuzug aus anderen Bundesländern, in denen auch Gebühren erhoben werden, deren Reputation als Studienstandort aber dennoch schlechter ist.

Die Forschungsergebnisse bekräftigen das grundlegende Argument gegen Studiengebühren: Dass nämlich eine Einführung von Gebühren "die Studierneigung aufgrund der geringeren Haushaltseinkommen und -vermögen nur zusätzlich unter Druck setze", wie es in der Studie heißt.

Die Experten warnten daher insbesondere vor einer Einführung von Studiengebühren insbesondere in Ostdeutschland. Ohnehin werde die Studiernachfrage dort angesichts der einbrechenden Geburtenzahlen nach der Wende dramatisch zurückgehen - "und demzufolge im Anschluss auch das Angebot an Akademikern für die regionale Wirtschaft". Zudem sei das gebührenbedingte Plus fürs Budget zu gering, um die Nachteile einer Einführung von Studiengebühren in den neuen Ländern zu überwiegen.

 

Aktuelle Artikel der SPD Friedenau

  • "Wir wollen Brot, aber auch Rosen!". Rund um den 8. März, den Internationalen Frauentag, verteilen ...
  • Jahreshauptversammlung am 28.02.2026. Die Jahreshauptversammlung hat einen neuen Vorstand gewählt Marijke Höppner und Clemens Fritsch stehen künftig gemeinsam an der Spitze der Abteilung. Beide wurden von der Versammlung ...
  • Nachruf auf Uta Denzin-von Broich-Oppert (1939–2026). Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserer Genossin Uta Denzin-von Broich-Oppert, die in der Nacht zum 12. Februar 2026 verstorben ist. Uta war über 60 Jahre Mitglied der Sozialdemokratischen ...
  • Unser Programm für Friedenau. Friedenau ist sehr dicht besiedelt – viele Menschen leben hier auf engem Raum, während Grün- und Erholungsflächen knapp sind. Herzstück Friedenaus sind seine Plätze: ...
  • EINLADUNG: Erinnerung braucht einen Ort. Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ehrt die SPD Tempelhof-Schöneberg regelmäßig um den 27. Januar gemeinsam ...

WebsoziInfo-News

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

Ein Service von websozis.info